Astrid-Lindgren-Grundschule
Neubau Schulkindbetreuung Karl-Nahrgang-Schule
Dreieich-Götzenhain
Fertigstellung: 2027
Mitarbeiter: Nadine Ressel, Mira Wollersheim
Auftraggeber: DreieichBau AöR
Projektbeschreibung
Das Grundstück der neuen Schulkindbetreuung liegt an der Ecke Ringwaldstraße / In den Rohwiesen im Dreieicher Stadtteil Götzenhain. Die Erschließung des Neubaus für die Grundschule erfolgt über die Straße In den Rohwiesen.
Nördlich und östlich schließt das Gelände der Karl-Nahrgang-Schule an, während das Grundstück von einem Wohngebiet umgeben ist.
Das neue Gebäude für die Schulkindbetreuung ist als zweigeschossiger Baukörper konzipiert. Mit den Abmessungen lxbxh 27,0 m x 10,5 m bzw. 16,20 m, 7,40 m fügt es sich an der Straßenecke in die bestehende städtebauliche Struktur des Wohngebiets ein. Die Traufhöhe orientiert sich an den Traufhöhen des umgebenden Wohngebiets.
Das Gebäude ist Ost-West ausgerichtet und erhält ein Flachdach. Das Flachdach wird extensiv begrünt und mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Das Außengerät der Wärmepumpe ist auf dem Dach angeordnet.
Die besondere Topografie des Grundstücks wurde in die Gebäudekonzeption einbezogen.
Das Untergeschoss liegt aufgrund des Geländeverlaufs teilweise oberhalb der Geländeoberkante und wird über einen östlich vorgelagerten Tiefhof ebenerdig erschlossen. Gleichzeitig ermöglicht der Tiefhof den barrierefreien Zugang vom Neubau mit einem Aufzug zum bestehenden Schulgebäude.
Die innere Organisation wird durch einen zentralen Treppenraum mit Aufzug geprägt, der das Gebäude in zwei Bereiche gliedert. Im südlichen Gebäudeteil befinden sich auf beiden Geschossen jeweils zwei Betreuungsräume. In beiden Geschossen werden diese durch einen gemeinsamen Pausenaufenthalt bzw. Ranzenraum sowie die Sanitärbereiche ergänzt.
Im nördlichen Bereich sind die dienenden Räume angeordnet, im Untergeschoss Hausanschlussraum, Lager, Serverraum, ein barrierefreies WC mit Wickelmöglichkeit, Hauswirtschafts- und Putzraum.
Im Obergeschoss befindet sich die Verwaltung mit Lehrerzimmer, Büro und Anmeldung.
Die vier Betreuungsräume bieten jeweils Raum für 50 Kinder. Insgesamt ist die Schulkindbetreuung für 205 Schulkinder und bis zu 12 Betreuungs- bzw. Verwaltungskräfte konzipiert.
Die Betreuung findet montags bis freitags von 7:45 bis 17:00 Uhr statt und ergänzt den Schulbetrieb der Karl-Nahrgang-Schule.
Der Zugang für die Schülerinnen und Schüler erfolgt auf der der Straße abgewandten Gebäudeseite. Das Erdgeschoss wird über ein überdachtes Podest und eine Treppe erschlossen, während das Untergeschoss ebenerdig aus dem Tiefhof zugänglich ist.
Ein weiterer barrierefreier Zugang ist von der Straße In den Rohwiesen erreichbar.
Der östlich angeordnete Tiefhof bildet einen wichtigen Bestandteil des Freiraumkonzepts.
Vier neue Bäume mit einem Stammdurchmesser von ca. 25 cm werden gepflanzt, während drei vorhandene Bäume innerhalb des Grundstücks in den nordwestlichen Bereich erhalten bleiben.
Das Farb- und Materialkonzept der Innenräume schafft eine klare Differenzierung zwischen den verschiedenen Bereichen des Gebäudes. Die Betreuungsräume werden durch warme, natürliche Farbtöne und Holzelemente in einem naturfarbenen Ahorncharakter geprägt. Bodenbeläge und untere Wandflächen sind farblich aufeinander abgestimmt und führen die Bodenfarbe optisch in den Wandbereich fort. Dadurch entsteht eine ruhige, zusammenhängende Gestaltung der Aufenthaltsbereiche.
Die Erschließungsflächen erhalten eine eigenständige Gestaltung in abgestuften Grüntönen. Die grünen Flurbereiche bilden einen bewussten Kontrast zu den warmen rötlichen Betreuungsräumen und schaffen eine ruhige, naturverbundene Atmosphäre. Der Aufzug wird durch einen dunkleren Grünton hervorgehoben. Türen und Stabgeländer in RAL 9006 – Weißaluminium – bilden ein verbindendes Gestaltungselement im gesamten Gebäude.
Das Farbkonzept des Baukörpers nimmt Bezug auf den gegenüberliegenden Bestandsbau der Grundschule. Dessen helle Putzflächen und Backsteinakzente werden in einer neuen Interpretation aufgegriffen. Der Neubau erhält einen warmen Braunrotton, der sich an der Farbigkeit des Backsteins orientiert. Cremeweiße horizontale Bänder verbinden die unterschiedlichen Fensterformate miteinander und greifen deren obere und untere Abschlüsse auf.
Zusammen mit den cremeweißen Fensterrahmen entsteht eine klar gegliederte, horizontale Fassadenstruktur.
Die Farbigkeit der Fassade wird in den Betreuungsräumen im Inneren weitergeführt und schafft eine Verbindung zwischen Außen- und Innenraum.
So verbindet der Neubau eine klare funktionale Organisation mit der besonderen Topografie des Grundstücks und einem durchgängigen Farb- und Materialkonzept. Der eigenständige Baukörper nimmt zugleich Bezug auf die vorhandene Schule und schafft gleichzeitig einen identitätsstiftenden Ort für die Betreuung der Schulkinder.
Bilder und Texte mit KI bearbeitet